Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?+
Der Sollzins (Nominalzins) ist der reine Zinssatz für das Darlehen. Der Effektivzins berücksichtigt zusätzlich alle Nebenkosten (Bearbeitungsgebühren, Zahlungsweise). Nach § 6 PAngV muss der Effektivzins bei jedem Kreditangebot angegeben werden — er ist der einzige sinnvolle Vergleichswert zwischen verschiedenen Angeboten.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Baufinanzierung?+
Empfohlen: mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital plus die Kaufnebenkosten (7–12 %). Mit weniger als 20 % Eigenkapital steigt der Zinssatz und die monatliche Belastung deutlich. Mindestens sollten Sie die Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, ggf. Makler) aus eigenen Mitteln decken können.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in meinem Bundesland?+
Bayern und Sachsen: 3,5 %. Hamburg: 4,5 %. Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt: 5,0 %. Berlin, Hessen: 6,0 %. Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein, Thüringen: 6,5 %.
Was passiert nach Ablauf der Zinsbindung?+
Nach Ablauf der Zinsbindungsperiode benötigen Sie eine Anschlussfinanzierung (Prolongation bei der gleichen Bank oder Umschuldung zu einem anderen Anbieter). Vergleichen Sie die Konditionen frühzeitig — bereits 3 Monate vor Ablauf können Sie ein Forwarddarlehen zu gesicherten Konditionen abschließen.
Welche Tilgungsrate ist empfehlenswert?+
Bei den aktuellen Zinsniveaus (3–4 %) empfehlen Finanzberater eine Tilgungsrate von mindestens 2 % p.a., besser 3 %. Mit nur 1 % Tilgung dauert die vollständige Rückzahlung oft 30–40 Jahre. Höhere Tilgung bedeutet weniger Restschuld am Zinsbindungsende und weniger Risiko bei der Anschlussfinanzierung.
Gibt es staatliche Förderungen beim Immobilienkauf?+
Ja: KfW-Wohneigentumsprogramm (KfW 300) bis 100.000 €, KfW-Klimafreundliches Wohngebäude (KfW 261/297/298) für energieeffizientes Bauen bis 150.000 €, Wohn-Riester für Eigenheimkäufer, sowie Bundesland-spezifische Förderprogramme. Die KfW-Förderung wird direkt bei Ihrer Hausbank beantragt.
Was ist der Beleihungsauslauf und warum ist er wichtig?+
Der Beleihungsauslauf (Beleihungswert-Verhältnis) ist das Verhältnis von Darlehensbetrag zum Immobilienwert. Bei einem Beleihungsauslauf über 80 % verlangen viele Banken einen Aufschlag auf den Zinssatz ("Risikoaufschlag"). Mit mehr Eigenkapital sinkt der Beleihungsauslauf und verbessert Ihre Zinskonditionen.
Wie berechne ich den Break-Even einer Umschuldung?+
Break-Even = Umschuldungskosten ÷ monatliche Ersparnis. Wenn z.B. die Umschuldung 500 € kostet und Sie 80 €/Monat sparen, ist der Break-Even nach 6–7 Monaten erreicht. Unser Refinanzierungsrechner berechnet diesen Punkt automatisch.